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Vom konservativen Schriftsteller zum Inneren Emigranten

    Ernst Wiechert - Eine Fallstudie
    Autor:


  • Liczba stron:
    584
    Rok wydania:
    2017
    ISBN:
    978-83-8088-859-3
    e-ISBN:
    978-83-8088-860-9

Opis produktu

Der aus Ostpreußen stammende Schriftsteller und Dichter Ernst Wiechert hat zwischen 1920 und 1968 das literarische und kulturelle Leben in Deutschland und in den Nachbarländern mitbestimmt. Die vorliegende Monographie hat zum Ziel, das Gesamtschaffen Ernst Wiecherts zu analysieren und aufgrund dieser Analyse den literarischen Werdegang eines deutschen Schriftstellers zu schildern, vom Anhänger der Konservativen Revolution bis zu seinem Protest und Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Der Kernpunkt der Arbeit ist also nicht der biographische Blick auf die Persönlichkeit Wiecherts, obwohl diese natürlich eine wichtige Rolle bei der Auslegung seiner Werke spielt und der Bezug darauf unvermeidlich ist, sondern die Analyse seiner Werke hinsichtlich ihres Widerstandspotentials und der Widerspiegelung der Entwicklung der Persönlichkeit und der Schöpferkraft Wiecherts selbst. Es soll gezeigt werden, wie einer der meistgelesenen deutschsprachigen Schriftsteller mit der nationalsozialistischen Diktatur umging und wodurch seine Entwicklung als Dichter und Entfaltung als Mensch bedingt war.

 

Der Verfasser der Studie geht von der These aus, dass Ernst Wiechert in der bisherigen literaturwissenschaftlichen Forschung – vorwiegend eindimensional – als christlicher Autor und Repräsentant einer christlichen Orientierung innerhalb des Widerstands gegen den Nationalsozialismus im Dritten Reich wahrgenommen wurde. Diese Wahrnehmung ist und war insofern problematisch, als sie in einem nur geringen Maße die Dynamik der schriftstellerischen und publizistischen Tätigkeit Wiecherts berücksichtigt, die ein Effekt der eigenen Erfahrungen des Autors wie auch der kollektiven Einsichten seiner Generation war. In der Problematisierung dieses dynamischen Aspektes steckt der innovative Charakterdes Forschungsvorhabens. Eine weitere Frage, der in der Studie nachgegangen wird, ist das Phänomen einer relativ schnellen „Peripherisierung“ des Werks Ernst Wiecherts im Deutschland der Nachkriegszeit und seine möglichen Ursachen.

Ausschnitt aus der Rezension von Herrn
Prof. Dr. Czesław Karolak

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INHALTSVERZEICHNIS

I. Problemaufriss, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 9
II. Historische Grundlagen 25
1. „Intra muros et extra”: Innere Emigration und Exil 25
Begriffsbestimmung und die erste Debatte zwischen den Inneren Emigranten und Exilanten (Gott ried Benn versus Klaus Mann) 27
Innere Emigration als Problem? Innere versus äußere Emigration. Debatte: Mann-Thieß-Molo 37
Die Autoren der Inneren Emigration – Versuch einer Kategorisierung anhand des Gedichts Erich Frieds Dichter in Deutschland (1944) 43
Porträts einiger Vertreter der literarischen Inneren Emigration 49
Darstellungstendenzen in der Forschungsliteratur nach 1945 und Ausblick 62
2. Ideologische Kontexte der Literatur im Dritten Reich. Nationalsozialistische Literatur- und Kulturpolitik 76
Ideologische Kontexte 77
Nationalsozialistische Literatur- und Kulturpolitik 83
Innere Emigration als Reaktion auf die nationalsozialistische Ideologie 91

III. Ernst Wiechert – vom konservativen Schriftseller zum Inneren Emigranten. Widerstandspotential in den Werken Wiecherts 93
1. Forschungsstand 93
2. Biographische Skizze und die wichtigsten Lebensstationen anhand der Autobiographien Wälder und Menschen (1936) und Jahre und Zeiten (1949) 119
Kleinort (1887-1898) 119
Königsberg und Peitschendorf (1898-1914) 124
Der Erste Weltkrieg (1914-1918) 128
Königsberg (1919-1930) 132
Berlin (1930-1933) 137
Ambach und Wolfratshausen (1933-1938) 138
Die Verhaftung: Polizeigefängnis in München und Buchenwald (6. Mai – 30. August 1938) 145
Wolfratshausen (1938-1948) 147
Rütihof (Stäfa am Züricher See) in der Schweiz (1948-1950) 154
3. Die erste Schaffensperiode Ernst Wiecherts (1916-1932) Die Flucht (1916), Der Wald (1922), Der Totenwolf (1924), über Die blauen Schwingen (1925), Der Knecht Gottes Andreas Nyland (1926) bis Die kleine Passion (1929), Der Mann von vierzig Jahren (1930), Jedermann (1931) und Die Magd des Jürgen Doskocil (1932) 158
„Schwankende Jahre“: Die Flucht (1916) 159
Politische Ansichten nach dem Ersten Weltkrieg 163
„Bürde und Prüfung“: Der Wald (1922) und Der Totenwolf (1924) – im Umkreis der Konservativen Revolution 166
„Fieberträume“: Der Knecht Gottes Andreas Nyland (1926) 179
„Zeitraum der Genesung“: Die kleine Passion (1929), Der Mann von vierzig Jahren (1930) 182
„Durchbruch der Gnade“: Jedermann (1931) und Die Magd des Jürgen Doskocil (1932) 184
4. Ansteigende Distanz und Protest im Dritten Reich (1933-1935) Der Dichter und die Jugend (1933) und Der Dichter und seine Zeit (1935) 190
Der Dichter und die Jugend (1933) – Rede vom 6. Juli als Begrüßung der NS-Diktatur oder Kritik an ihr? 191
Der Dichter und seine Zeit (1935) – Rede vom 16. April als Kritik des nationalsozialistischen Regimes 203
5. Die politische Wirklichkeit um Ernst Wiechert nach den beiden Reden 224
Reaktionen auf die beiden Reden bis zur Entstehung der Novelle Der weiße Büffel oder Von der großen Gerechtigkeit (1937) 224
Reaktionen auf die beiden Reden von nicht-nationalsozialistischer Seite 237
6. Der weiße Büffel oder Von der großen Gerechtigkeit (1937/1946). Verschleierte Schreibweise – letzter Versuch, das Wort öffentlich zu ergreifen 245
Inhalt 247
„Schreiben zwischen den Zeilen“ – Camouflage im Dritten Reich 250
Kritik am Nationalsozialismus und versteckte Anspielungen auf das Dritte Reich 254
Totalitätsanspruch und Innerlichkeit – Kritik am Nationalsozialismus 257
Voraussetzungen und Grenzen der Kritik 263
7. In politischer „Schutzhaft“ im Dritten Reich (1939-1945) 269
8. Das einfache Leben (1939): „Siebenjähriges Schweigen“ Rückzug in die Innere Emigration oder Schreiben für die Schublade 286
Inhalt 291
Motiv der Arbeit im Roman 292
Verzicht und Entsagung 295
Innerlichkeit und Drittes Reich 297
Zivilisation, Natur und das „große Gesetz“ 301
Natur als Paradies: Leitmotiv im Gesamtschaffen 315
9. Der Bericht Der Totenwald (1939/1946) – „Die Ouvertüre zur großen Symphonie des Todes“. Die zeitgleichen Zeugenberichte und Dokumentationen: Der SS-Staat von Eugen Kogon und Arztschreiber in Buchenwald von Walter Poller 329
Der Totenwald, Der SS-Staat und Der Arztschreiber in Buchenwald 331
10. Der Weg ins Exil– 1945: (k)eine Stunde Null im literarischen Werk Ernst Wiecherts Rede an die deutsche Jugend (1945), Der reiche Mann und der arme Lazarus (1945), Abschied von der Zeit (1946), Die Mutter (1946) 349
11. Exkurs: Ernst Wiecherts Sprache – Versuch einer Analyse Dominierende Motive im Gesamtschaffen 366
Sprache – Versuch einer Analyse 366
Dominierende Motive: Krieg, Stadt, Untergang 380
Der Weg in den Abgrund 392
In der Stadt 398

IV. Schlusswort 405
V. Literaturverzeichnis 413
VI. Anhang 437
VII. Von der Redaktion 581

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